Das Wasserstoffnetz der GTG Nord

Der H₂Coastlink

Das Leitungsprojekt H₂Coastlink ist Teil des Infrastrukturprogramms „Clean Hydrogen Coastline“ (CHC), an welchem Gastransport Nord GmbH, EWE NETZ GmbH, EWE Gasspeicher GmbH und EWE HYDROGEN GmbH beteiligt sind. Das Programm Clean Hydrogen Coastline steht für konkrete Projekte entlang der Wasserstoffwertschöpfungskette, die bereits heute realisiert werden. 

Der H₂Coastlink besteht aus fünf Leitungsabschnitten, welche Erzeugung, Speicherung und Einsatz in Industrie, Energie und Mobilität miteinander verbinden. Dadurch entsteht eine Transportinfrastruktur für Wasserstoff im Nordwesten und eine Einbindung in das deutschlandweite Wasserstoffnetz.

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Projektinformationen: Clean Hydrogen Coastline

Im Rahmen des CHC-Programms setzt EWE in der Region Projekte entlang der gesamten Wertschöpfungskette um.
Neben dem Transport von Wasserstoff steht dabei auch die Produktion von Wasserstoff per Elektrolyse sowie die Speicherung in Kavernenspeichern im Fokus. Das CHC-Programm leistet damit einen erheblichen Beitrag zur Umsetzung nationaler und europäischer Klima- und Energieziele.

Erschließung der Region mit Wasserstoff und Aufnahme weiterer Erzeugungskapazitäten entlang der Trasse bzw. in der Region

Anbindung von potentiellen Importterminals in Wilhelmshaven und Bremerhaven und Anschlussnehmern in der Region

Inbetriebnahme der ersten Leitungen

Mittelbarer Transport norwegischer und niederländischer H₂-Importe

Die Pipeline mit der Nennweite DN 600 (60 cm Leitungsdurchmesser) bietet hohe Durchflusskapazitäten

Anbindung mehrerer Elektrolyseure in der Region, darunter der 320 MW Elektrolyseur des CHC-Programms in Emden

239 km beträgt die Länge des H₂-Netzes. Dieses besteht zu 62% aus bestehenden Leitungen, die auf den Transport von Wasserstoff umgestellt werden.

Anbindung der künftigen H₂-Speicher in der Region

Auf bis zu 250 Millionen Euro werden sich die Kosten für die Leitung belaufen. Durch die Nutzung bereits bestehender Infrastruktur sind die Kosten deutlich geringer als bei einem kompletten Neubau.

Bedarfsdeckung der (Industrie-)Kunden entlang der Trasse und im nachgelagerten Verteilnetz

FAQ: Wasserstofftransport

Welche Anwendungsbereiche gibt es für Wasserstoff?
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Grüner Wasserstoff ist ein Schlüsselelement der Energiewende. Als Energieträger und Rohstoff ermöglicht er die Dekarbonisierung aller Sektoren – insbesondere der Bereiche, die schwer zu elektrifizieren sind.

Industrie
Auf dem Weg zur Klimaneutralität setzt die Industrie vorrangig auf Elektrifizierung. Doch eine vollständige Dekarbonisierung ist ohne molekulare Energieträger kaum möglich, da viele industrielle Verfahren Wärme auf hohem Temperaturniveau erfordern. Branchen wie die chemische Industrie, der Fahrzeugbau sowie der Metall- und Maschinenbau benötigen Temperaturen von über 500 Grad Celsius. In der Metallerzeugung und -verarbeitung (z.B. Stahl) sowie der Glas- und Keramikindustrie entfällt sogar mehr als die Hälfte des Energiebedarfs auf Bereiche jenseits von 1000 Grad. Für diese Hochtemperaturprozesse ist Wasserstoff der ideale Energieträger.

Rückverstromung und Versorgungssicherheit
Die Energieerzeugung aus Wind und Sonne unterliegt wetterbedingten Schwankungen (Volatilität). In Zeiten hoher Produktion kann überschüssiger Strom mittels Elektrolyse in grünen Wasserstoff umgewandelt und in Kavernen gespeichert werden. Steht später zu wenig erneuerbarer Strom zur Verfügung, lässt sich dieser Wasserstoff in Kraftwerken wieder verstromen. So fungiert Wasserstoff als unverzichtbarer Speicherbaustein für eine sichere Energieversorgung.

Mobilität und Wärme
Im Verkehrssektor kommt Wasserstoff vor allem dort zum Einsatz, wo Batterien an ihre Grenzen stoßen – etwa im straßengebundenen Schwerlastverkehr oder bei Zügen auf nicht elektrifizierten Strecken. Auch in der kommunalen Wärmeplanung spielt er eine zunehmende Rolle, um Fernwärmenetze klimaneutral zu betreiben.

Wie bekomme ich einen Netzanschluss für Wasserstoff?
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Der Aufbau des deutschlandweiten Wasserstoffnetzes wird in einem gemeinsamen Planungsprozess der Fernleitungsnetzbetreiber in Deutschland privatwirtschaftlich organisiert. Ihre individuellen Bedarfe können Sie über unser dafür vorgesehenes Formular anmelden. So können wir Ihre Anfrage in unsere Versorgungsplanung mit einbeziehen.

Unter Downloads finden Sie die Technischen Mindestanforderungen für einen Netzanschluss an das Wasserstoffnetz der GTG Nord (TMA-H2).

Über unser Formular können Sie uns ihr Projekt und Netzanschlussbegehren schildern. Bitte füllen Sie dazu unser Formular über den folgenden Button aus.

Wie reserviere ich Wasserstoff-Transportkapazitäten?
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Die Betreiber des deutschen Wasserstoff-Kernnetzes haben im Oktober 2025 zentrale Informationen für den Markt veröffentlicht, die den Weg für die Reservierung von Wasserstoffkapazitäten ab Anfang 2026 ebnen. 

Auf Grundlage des Reservierungskonzepts wird es möglich sein, Ein- und Ausspeisekapazitäten für Wasserstofflieferungen verbindlich zu reservieren – ein wichtiger Schritt zu einer höheren Absicherung von Wasserstoffprojekten. Die Reservierung wird später durch eine Kapazitätsbuchung ersetzt. In der Anfangsphase erfolgt die Vermarktung innerhalb sogenannter Cluster, wobei frei zuordenbare feste Wasserstoffkapazitäten eine flexible Nutzung ermöglichen. Auch der Transport zwischen Clustern wird ermöglicht. 

Mit der Veröffentlichung der Eckpunkte des Reservierungsprozesses schließen sich die deutschen Wasserstoff-Kernnetzbetreibern dem Vorgehen europäischer Partner an, die ebenfalls entsprechende Netznutzerprozesse starten. Die regulatorischen Grundlagen – darunter die Festlegungen der Bundesnetzagentur (WaKandA, WasABi) – sind veröffentlicht und werden in die weitere Ausgestaltung der Vertragsstandards einfließen. 

Weitere Information zum zukünftigen Reservierungskonzept finden Sie in der Marktinformation (PDF). 

Was wird Wasserstofftransport kosten?
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Die Bundesnetzagentur hat für den Transport im Wasserstoffkernnetz ein Hochlaufentgelt von 25 €/kWh/h/a festgelegt (Pressemitteilung der Bundesnetzagentur vom 14. Juli 2025). Wie beim Erdgas sind die Transportnetzentgelte nur ein geringer Teil der Kosten des Energieträgers.

Wie wird die Nachhaltigkeit von in Deutschland erzeugtem oder importiertem Wasserstoff sichergestellt?
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Um transparente und nachvollziehbare Maßstäbe zu schaffen, greift ein EU-weit gültiges Zertifizierungssystem. Dieses stellt sicher, dass sowohl in Deutschland erzeugter als auch importierter Wasserstoff dieselben strengen Anforderungen erfüllt. Dabei wird im Wesentlichen zwischen zwei Kategorien unterschieden:

Erneuerbarer Wasserstoff (RFNBO)
Hierfür gelten die sogenannten RFNBO-Kriterien (Renewable Fuels of Non-Biological Origin). Damit Wasserstoff als „erneuerbar“ zertifiziert werden kann, muss er nachweislich mit Strom aus erneuerbaren Energiequellen hergestellt worden sein.

CO₂-armer Wasserstoff (low-carbon hydrogen)
Für Wasserstoff, der nicht alle Kriterien für erneuerbaren Wasserstoff erfüllt, aber dennoch eine deutlich bessere Klimabilanz als herkömmlicher Wasserstoff aufweist, kann als „CO₂-armer“ Wasserstoff zertifiziert werden. Dies kann gelten für:

  • Wasserstoff, der mittels Elektrolyse aus Strom hergestellt wird, jedoch die strengen RFNBO-Vorgaben nicht erfüllt.

  • Blauer Wasserstoff, der aus Erdgas via Dampfreformierung gewonnen wird, wobei das entstehende CO₂ abgeschieden und gespeichert wird (CCS-Technologie).

Unabhängig davon, ob der Wasserstoff in Deutschland erzeugt oder importiert wird: Die Zertifizierung garantiert dem Abnehmer Klarheit über die Herkunft und den ökologischen Fußabdruck des Energieträgers.

Können für den Transport vorhandene Leitungen verwendet werden?
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Die bestehenden Erdgasleitungen können grundlegend auf den Transport von Wasserstoff umgestellt werden. Die dafür vorgesehenen Leitungen werden im Vorfeld auf ihren Zustand geprüft. Der Transport von Wasserstoff ist dann genauso sicher möglich wie heute der Transport von Erdgas.

Die Umstellung von Bestandsleitungen bietet wichtige Vorteile: In vergleichsweise kurzer Zeit und mit geringen lokalen Belastungen durch Baumaßnahmen entsteht ein deutschlandweites Netz für die Verknüpfung der Abnehmer des Wasserstoffs mit den Erzeugungs- bzw. Importpunkten. Der Transport von Wasserstoff über Pipelines ist dabei die effizienteste und günstigste Option.

Zusätzlich wird eine Option zur Weiternutzung der bereits bestehenden Erdgas-infrastruktur geschaffen.

Ist der Transport von Wasserstoff sicher?
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Ja. Wasserstoff wird in Deutschland bereits seit langem hergestellt, in privaten Netzen transportiert und verwendet. Die für den Transport von Wasserstoff verwendeten Leitungen werden rund um die Uhr durch eine Leitstelle überwacht. Da Wasserstoff sich außerhalb der Leitungen sehr schnell mit der umgebenden Luft vermischt, droht auch in dem sehr unwahrscheinlichen Fall einer Leckage grundlegend keine Gefahr. Kommt es durch eine Leckage zu einem Druckabfall im Netz, wird dies sofort registriert und der Gasfluss im entsprechenden Leitungsabschnitt gestoppt.

Durch diese synchrone Betriebsweise ist das Wasserstoffnetz ebenso sicher wie das Erdgasnetz.

Wie groß sind CO₂-Einsparpotenziale
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Sogenannter grauer Wasserstoff wird aus Erdgas erzeugt. Dabei werden pro Tonne Wasserstoff zehn Tonnen CO₂ freigesetzt. Wird er durch grünen Wasserstoff ersetzt, wird diese CO₂-Emission vermieden. Die geplante Elektrolyseanlage im Raum Emden beispielsweise erzeugt mit ihrer elektrischen Leistung von 320 MW bei 3.750 Volllaststunden pro Jahr bis zu 24.000 Tonnen grünen Wasserstoff. Das entspricht 240.000 Tonnen eingespartem CO₂.

Sind die Erdgastransporte trotz des Aufbau des Wasserstoffnetzes bis 2045 gesichert?
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Ja. Die Umstellung des Netzes auf Wasserstoff erfolgt nicht von heute auf morgen, sondern wird schrittweise durchgeführt und detailliert geplant. Es werden nur Leitungen auf Wasserstoff umgestellt, die nicht weiter für den Erdgasbetrieb benötigt werden. Die Infrastruktur für Erdgas in Deutschland wurde zudem so konzipiert, dass immer mehrere Leitungen funktionsbereit entlang einer Route liegen. Es können also zeitgleich Wasserstoff und Erdgas entlang einer Route transportiert werden.

Ihre Ansprechpartner zum Thema Wasserstoff

Sie haben Fragen zu unseren Dienstleistungen im Bereich Wasserstoff?

Teilen Sie uns Ihr Anliegen gerne mit: wasserstoff@gtg-nord.de

mailto: Wasserstoff@gtg-nord.de

Christian Barth

Leitung H₂-Transformation / Kapazitätsmanagement / EDM

mailto: Wasserstoff@gtg-nord.de

Dr. Robert Schulz

Projektmanager H₂-Transformation

Förderung

Die H₂Coastlink-Teilprojekte 1+2 werden gefördert durch den Bund (BMWE) und das Land Niedersachsen.